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Tierische Weihnachten
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 01. Dezember 2009 um 23:03 Uhr

Sie waren einst Weihnachtsgeschenke

Eine W eihnachtsgeschichte

Es war an einem Abend in der Adventszeit. Die Stadt erstrahlte im Glanz tausender Lichter und viele Menschen waren unterwegs, um noch die letzten Geschenke einzukaufen, denn morgen schon mußten alle Gaben unter dem geschmückten Tannenbaum liegen. Bei aller Freude auf das bevorstehende Weihnachtsfest achtete kein Mensch auf die hinkende Katze und den alten Hund an ihrer Seite, Wie es das Schicksal so wollte, hatten sich die beiden gerade in diesen Tagen kennengelernt, als sie hungrig und frierend von Imbißstand zu Imbißstand zogen und um Futter bettelten — aber es fiel nur selten ein Bissen nach unten. Es fing an zu schneien. Der Hund und die Katze gingen mit leerem Magen los, um sich eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Sie waren schon sehr müde, als sie endlich einen Pappkarton fanden, in den sie völlig erschöpft hinein krochen. Sie schmiegten sich eng aneinander, damit sie die Kälte nicht so spürten.

Obwohl sie so müde waren, konnten sie nicht einschlafen. \"Nun ziehen wir schon einige Tage gemeinsam los, aber wir wissen noch, nicht einmal unsere Namen\", sagte der Hund. Also: \"Ich heiße Oskar.\" \"Und ich bin Molly\", stellte sich die alte Katze vor.

Es war sehr ruhig – man hörte nur das leise Weinen von Molly. Behutsam leckte ihr Oskar die Tränen vom Gesicht. \"Wau. was hast du, Molly?\" \"Miau, vor Jahren war ich einmal ein begehrtes Weihnachtsgeschenk. Als geschmückte Weihnachtsüberraschung für ein verwöhntes kleines Mädchen saß ich unter dem Tannenbaum. Aber die Freude war nur von kurzer Dauer. Ein paar Wochen nach Weihnachten flog ich auf die Straße.\" \"Wau, mir erging es ähnlich\", erinnerte sich Oskar. \"Ich war das umjubelte Weihnachtsgeschenk von zwei kleinen Jungen. Auch ich verbrachte eine schöne Zeit, bis man genug von mir hatte und mich sogar schlug. Da bin ich lieber abgehauen. Es ist so schön, daß ich dich kennengelernt habe, liebe Moily.\" Und Molly sagte: \"Oskar, du bist ein ganz prima Hund.\"

Sie sprachen es nicht aus, aber beide wußten, daß dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist. Oskar und Moily kuschelten sich in ihrem armseligen Pappkarton eng aneinander. Sie spürten die Kälte nicht mehr – wahrscheinlich deswegen, weil sie so glücklich waren, nicht mehr allein zu sein. Schon etwas schläfrig fragte Molly ihren Freund Oskar, ob auch in diesem Jahr wieder viele Tiere unter dem Weihnachtsbaum sitzen werden, \"Es wird sich auch in diesem Jahr nichts ändern und wieder werden viele Hunde und Katzen auf der Straße landen, ins Tierheim abgeschoben oder umgebracht\", antwortete Oskar. Molly antwortete nicht mehr – sie war fest eingeschlafen .Bevor Oskar die Augen zufielen, murmelte er noch: \"Molly, du bist mein schönstes Weihnachtsgeschenk.\"


 

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NIKOS WEIHNACHTSMANN von Heidi Winkelmann

Stets hatte Floh, die braune Mischlingshündin, ihrem Herrn, dem Bauern Mehrwald treu gedient.
Sie bellte mutig, wenn Fremde auf den Hof kamen und achtete auf die Kinder des Bauern, wenn
sie in der Nähe des kleinen Baches spielten. Einmal war es ihr sogar gelungen, mit lautem Gebell
einen Fuchs zu verjagen, bevor er in den Hühnerstall einbrechen konnte.

Sie führte nicht gerade ein luxeriöses Leben, seit sie vor sechs Jahren als Welpe auf den Hof kam,
aber sie konnte zufrieden sein. Im Stall fand sich immer ein warmes Plätzchen zum Schlafen im
Stroh, zu Fressen gab es auch genug, und ab und zu steckte ihr die Bäurin einen Leckerbissen zu.
Besonders liebte Floh die Kinder, die mit ihr tobten und spielten.

Wenn die Zeit kam, daß Floh läufig wurde, sperrte sie die Bäurin in den Auslauf zu den Hühnern.
Doch diesmal hatte die Bäurin nicht aufgepaßt und Rex, der Hund von Bauern Lars hatte die
Gelegenheit genutzt,und nun bekam Floh Babys.

Die Wochen waren vergangen und irgedwann ließ sich das Mißgeschick nicht mehr
verheimlichen. Anfang Novermber warf Floh fünf Welpen. Die Bäurin hatte ihr eine Kiste in der
warmen Küche zurecht gemacht, und ihr ber der Geburt beigestanden.

Am Nachmittag kam der Bauer mit einem Korb, nahm die fünf Welpen, legte sie hinein und
verließ die Küche. Floh war außer sich, warum nahm man ihr die Welpen weg, was sollte mit
ihnen geschehen? Sie schrie und winselte, bellte und sprang an der Bäurin hoch. Doch diese sah
sie nur traurig an, streichelte sie und gab ihr ein paar Leckerbissen. Floh wollte sich aber nicht
beruhigen, sie rannte zur Tür und kratzte jaulend daran. Bis die Bäurin sie dann nach einer Stunde
hinaus ließ.

Floh lief umher und suchte, schaute in jede Ecke und schnupperte überall herum. Sie war so
verzweifelt, doch sie konnte ihre Welpen nicht finden. Irgendwann trieb sie ihr Instinkt zum
Misthaufen, und da lagen die Welpen. TOT! Der Bauer hatte sie alle getötet und dann dorthin
geworfen.

Floh sah ihre Welpen und leckte über ihre kleinen Körper. Auf einmal war ihr, als hätte einer der
Welpen gezuckt, sie leckte nochmals und schnupperte. Tatsächlich, einer der Welpen schien noch
am Leben zu sein.
Sie nahm ihn vorsichtig ins Maul und trug ihn in den warmen Stall, in einen Ecke, wo sie sich
manchmal versteckte, um einen Knochen, den sie bekommen hatte, in Ruhe aufzufressen. Hier
lagen ein paar alte Säcke und ein bißchen Stroh, auf das sie jetzt ihren Welpen legte.

Viel Leben war nicht mehr in ihm. Er zuckte schwach, und ab und zu wimmerte er kaum hörbar.
Floh leckte zärtlich über den kleinen, kalten Körper, bis er wieder ganz warm war. Dann legte sie
sich so zurecht, daß er an ihren Zitzen trinken konnte. Die Wärmer und die Nahrung ließen den
Welpen wieder zu sich kommen. Bald schon trank er kräftig seine Milch.

Floh war glücklich, aller Kummer war vergessen, sie hatte ein Baby. Zärtlich schaute sie den
kleinen Rüden an; "Ich werde dich Niko nennen, denn bald ist Nikolaus und daran erinnere ich
mich gerne."
Beschenkte doch die Bäurin alle Tiere des Hofes am Nikolausmorgen. Letztes Jahr gab es für
Floh ein neues Halsband und einen großen Hundekuchen.

Floh liebte den kleinen Niko. So oft sie konnte war sie bei ihm. Hierbei mußte sie immer sehr
vorsichtig sein, denn niemand durfte merken, daß es Niko gab. Nach 14 Tagen merkte Floh
glücklich: Niko öffnete seine Augen. Er konnte jetzt sehen und hören. Wie alle Mütter, so auch
Hundemütter, sang sie ihrem Sohn Lieder vor. Sie streichelte ihn mit ihrer Zunge, und als Niko die
ersten Gehversuche machte, unterstützte sie ihn mit ihrer Schnauze.

Floh war keine erfahrene Hundemutter, sonst hätte sie früher bemerkt, daß mit Niko etwas nicht
stimmte. Er konnte sich auf den Vorderbeinen hochstemmen, doch die Hinterbeine gehorchten ihm
nicht, nur die Schwanzspitze bewegte sich etwas, wenn er seine Mutter begrüßte.
Floh ermunterte ihren Sohn, es immer wieder zu probieren, wobei sie ihm, soweit es ihr möglich
war, half. Irgendwann begriff sie, Niko würde nie laufen können. Floh war verzweifelt, sie weinte
viel.

Die Tage vergingen, Niko wurde älter und fragte sie immer öfters:"Wie lange dauert es noch, bis
ich gehen und laufen kann, und wann gehst du mit mir hinaus?"

Niko verbrachte seine Tage damit, aus seinem Versteck heraus die anderen Tiere zu beobachten.
Gespannt lauschte er den Geschichten, die sie sich untereinander erzählten. Wenn Floh zu ihmn
kam, bestürmte er sie immer mit tausend Fragen: "Mutter, was ist Gras - Mutter, was sind Blätter -
Mutter was ist Schnee und Mutter, was ist Weihnachten und was ist ein Weihnachtsmann?"

Floh beantwortete ihm sogut es ging seine Fragen. Einmal brachte sie ihm ein trockenes Blatt mit.
Ein anderes mal hatte sie einen Scheeball im Maul. So lernte Niko durch Erzählungen die
Außenwelt kennen.

Floh wollte es nicht wahrhaben, wie krank Niko wirklich war. Trotz ihrer Pflege und Zuwendung
wurde er immer schwächer. So gerne sie es wollte, sie vermochte ihm nicht zu helfen.

Es war Heilig Abend und die Bäurin bedachte alle Tiere mit einem Geschenk. Floh schenkte sie
eine neue Futterschüssel in der eine große Keule vom Gänsebraten lag.

Floh dachte nur an Niko und wollte nicht in der warmen Stube unter dem Tannenbaum liegen. Sie
kratzte so lange an der Tür, bis die Kinder sie hinaus ließen.

Sofort lief sie zu Niko in den Stall um ihm die Gänsekeule zu bringen. Aufgeregt erwartete Niko
sie, seine Stimme überschlug sich, als er fragte: "Mutter wie sieht ein Tannenbaum aus, Muter was
sind Kerzen, Mutter kennst du ein Weihnachtslied? Sing es mit bitte und erzähl mir eine
Weihnachtsgeschichte."

Als Floh das Lied "Stille Nacht" anschlug, sangen alle Tiere des Stalles mit. Es war ein ürächtiger
Chor. Es war eine feierliche Stimmung, und die Tiere beschlossen noch einige Geschichten zu
erzählen.
Es waren lustige Geschichten, und alle Tiere lachten laut. Als sich die Stimmung wieder beruhigt
hatte, erzählte Floh noch die Weihnachtsgeschte. sie änderte die Geschichte nur ein klein wenig
ab. Niko zuliebe erzählte sie, daß ein Hund die Krippe mit dem Christuskind warmgehalten hatte.
Niko hörte allen Geschichten aufmerksam zu. "Mutter", fragte er "kommt der Weihnachtsmann
auch zu kleinen Hundekindern? Dürfen Hundekinder sich auch etwas vom Weihnachtsmann
wünschen? Mutter, ich möchte so gerne laufen können und draußen spielen und Löcher graben.
Meinst du, wenn ich ganz doll darum bitte, der Weihnachtsmann erfüllt mir meinen Wunsch?"

Floh war es sehr schwer ums Herz und wie Mütter so sind, griff sie zu einer Notlüge: "Ja Niko,
auch wenn Hundekinder sich etwas wünschen, kommt der Weihnachtsmann."

Im Stall war Ruhe eingekehrt. Alle Tiere schliefen.
Eng aneinander gekuschelt schliefen auch Niko und Floh ein. Floh - totunglücklich ihrem Sohn
nicht helfen zu können, und Niko in freudiger Erwartung, daß der Weihnachtsmann ihm über
Nacht seinen Wiunsch erfüllen würde.

Irgendwas hatte Floh geweckt: die anderen Tiere im Stall waren auch erwacht. Floh schlägt die
Augen auf. Im Stall, ganz hoch oben unterm Dach, leuchtet ein kleiner Stern und seine Strahlen
fallen auf Niko.

Er hat seine Augen weit geöffnet und sein Gesicht strahlt vor Glück. Floh spricht ihn an, aber er
scheint sie nicht zu hörenl Seine Voerderbeine bewegen sich, als liefe er über Felder, seine Rute
schlägt, er bellt, er winselt: "Mutter es ist so schön. Der Weihnachtsmann hat mich gestreichelt,
und ich kann laufen. Ich laufe über die Wiese und jage Schmetterlinge, die Sonne scheint, die
Vögel zwitschern, und die Blumen duften so wundervoll, es ist alles noch schöner als du es mir
erzählt hast. Ich fühle mich so leicht, so glücklich, so zufrieden. Meine Beine - sieh doch, wie
schnell ich laufen kann!"

Floh weinte, sie sieht, wei in Nikos gllücklichem Gesicht die Augen aufleuchten. Sein kleiner Kopf
sinkt aufs Stroh.

Der Stern erlischt. Es ist still im Stall. Nur ab und an hört man ein kleine Seufzen der anderen
Tiere. Floh schließt die Augen. Trotz ihrer Trauer weint sie nicht mehr.

Am Himmel fährt der Weihnachtsmann mit seinem - von sechs Renteiern gezogenen - Schlitten
davon.
Voran tobt, vor Freude und Übermut laut bellend, ein kleiner brauner Welpe.
Um den Hals trägt er ein rotes Halsband auf dem geschrieben steht:


"NIKO - GEHILFE DES WEIHNACHTSMANNES!

 

 

 

 

 

 

Unsere Glücksnasen

  • im Glück
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